Wissenschaftsgeleitetes Publizieren
Wissenschaft selbst gestalten – auch beim Publizieren
Wissenschaftliches Publizieren bedeutet mehr, als Forschungsergebnisse sichtbar zu machen. Mit jeder Publikation entscheiden Sie auch darüber, unter welchen Bedingungen wissenschaftliches Wissen zugänglich wird, wer über Publikationsprozesse bestimmt und wie die Veröffentlichung finanziert und organisiert wird.
Wissenschaftsgeleitetes Publizieren setzt hier an: Die wissenschaftliche Community übernimmt selbst Verantwortung für das Publizieren und gestaltet ihre Bedingungen mit. Dabei können wissenschaftliche Unabhängigkeit, Offenheit, Gemeinwohlorientierung und die Vielfalt von Publikationsmodellen eine wichtige Rolle spielen. Für Forschende eröffnet das neue Möglichkeiten, Publikationsprozesse aktiv mitzugestalten.
Was bedeutet wissenschaftsgeleitetes Publizieren?
Wissenschaftsgeleitetes Publizieren ist kein einheitliches Publikationsmodell. Im Open-Access-Umfeld haben sich insbesondere die Begriffe Community-driven Publishing und Scholar-led Publishing etabliert.
- Community-driven Publishing: Nicht-kommerzielle Publikationsprojekte, bei denen die wissenschaftliche Community – etwa Herausgeber*innen, Hochschulen oder Fachgesellschaften – die wesentliche Verantwortung und Kontrolle über das Publizieren behält.
- Scholar-led Publishing: Unabhängige, nicht-kommerzielle Publikationsprojekte, bei denen Wissenschaftler*innen den Publikationsprozess weitgehend selbst organisieren und neben den wissenschaftlichen auch redaktionelle, technische und administrative Aufgaben übernehmen.
Die Grenzen zwischen diesen Modellen sind fließend. Beide verfolgen jedoch das Ziel, wissenschaftliches Publizieren stärker durch die wissenschaftliche Community selbst zu gestalten.
Und was ist Diamond Open Access?
Diamond Open Access bezeichnet ein Open-Access-Modell, bei dem wissenschaftliche Publikationen frei zugänglich sind und weder Leser:innen noch Autor*innen Publikationsgebühren zahlen. Diamond Open Access und wissenschaftsgeleitetes Publizieren sind dabei nicht dasselbe. Sie beschreiben unterschiedliche Aspekte des Publizierens und können miteinander verbunden sein.
Warum ist wissenschaftsgeleitetes Publizieren relevant?
Wissenschaftsgeleitete Publikationsmodelle können dazu beitragen, Vielfalt im wissenschaftlichen Publikationssystem zu erhalten und auszubauen.
Für Forschende kann das beispielsweise bedeuten:
- mehr Gestaltungsspielraum: Wissenschaftler*innen und wissenschaftliche Communities können Publikationsprozesse aktiv mitgestalten.
- mehr Unabhängigkeit: Publikationsentscheidungen können stärker an wissenschaftlichen Bedürfnissen und weniger an kommerziellen Interessen ausgerichtet werden.
- offener Zugang: Forschungsergebnisse können möglichst frei zugänglich und nachnutzbar gemacht werden.
- Vielfalt: Alternative Publikationsformen und kleinere, fachspezifische Publikationsprojekte können erhalten und weiterentwickelt werden.
- Innovation: Wissenschaftsgeleitete Projekte können neue Formen von Publikation, Qualitätssicherung und wissenschaftlicher Kommunikation erproben.
Was bedeutet das für die HTW Berlin?
Die HTW Berlin unterstützt Open Access als Teil einer offenen Wissenschaftskultur. In ihrer Open-Access-Policy ermutigt sie Hochschulangehörige, wissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungsdaten offen zugänglich zu machen. Sie empfiehlt unter anderem Open-Access-Veröffentlichungen unter freien Lizenzen und unterstützt die Zweitveröffentlichung über das institutionelle Repositorium OPUShtw.
Gleichzeitig stellt die Policy klar: Die Entscheidung über die Art und den Zeitpunkt einer Veröffentlichung bleibt bei den Forschenden. Damit ist auch die Frage, wie Sie publizieren, Teil Ihrer wissenschaftlichen Gestaltungsfreiheit.
Wir unterstützen Sie!
Sie überlegen, welche Publikationsform für Ihr Projekt geeignet ist? Oder Sie möchten die Bedingungen eines bestehenden Publikationsangebots besser einschätzen?
Die Hochschulbibliothek der HTW Berlin unterstützt Sie bei Fragen rund um Open Access und wissenschaftliches Publizieren.
Wir beraten Sie unter anderem zu:
- Open-Access-Publikationswegen und geeigneten Publikationsmodellen
- Zweitveröffentlichung und Überprüfung der entsprechenden Rechtsgrundlage
- der Veröffentlichung auf dem institutionellen Repositorium OPUShtw
- Urheberrecht, Nutzungsrechten und Creative-Commons-Lizenzen